JUN
20

Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
20.06.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

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Pjotr I. Tschaikowski
Eugen Onegin
22.06.2018 | 19.30
Musiktheater am Volksgarten

23

MOSAIK #6
23.06.2018 | 16.00
Landesgalerie Linz 


Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
23.06.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

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Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
26.06.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

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28

Pjotr I. Tschaikowski
Eugen Onegin
28.06.2018 | 19.30
Musiktheater am Volksgarten


Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
28.06.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

29

Johann Strauss
Eine Nacht in Venedig
09.06.2018 | 19.30
Musiktheater am Volksgarten

30

OÖ. Stiftskonzerte
30.06.2018 | 18.00
Basilika St. Florian 


Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
30.06.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

JUL
01
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Benjamin Britten
Death in Venice
02.07.2018 | 19.30
Musiktheater am Volksgarten 

03

Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
03.07.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

04
05

DAS BOL IN PASSAU
05.07.2018 | 19.30
Studienkirche St. Michael, Passau

06

Benjamin Britten
Death in Venice
06.07.2018 | 19.30
Musiktheater am Volksgarten 


Wolfgang A. Mozart
Così fan tutte
06.07.2018 | 20.00
Musiktheater am Volksgarten, BlackBox

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BRUCKNER IST TOT.
ES LEBE BRUCKNER!

Die Frage nach „Warum Bruckner?“ braucht in Oberösterreich nicht gestellt zu werden. Gerade deshalb muss sie immer wieder beantwortet werden, auch ungefragt. Große Kunstwerke sind weder in zeitlicher noch in geografischer Hinsicht hermetisch abgeschlossene Räume. Sie sind zeitlos, damit auch zeitlos modern und uralt zugleich. Im Falle der Musik sind diese noch dazu von der Wirklichkeit abgeschnitten, außer im Moment ihrer Aufführung, im Moment ihres Erklingens. Zwischen uns und dem Kunstwerk steht – wie eine undurchsichtige Membran – der Text. Einen Text zum Klingen zu bringen, heißt für den Verwirklicher in erster Übung: Lesen, lesen, lesen … in zweiter: nochmals lesen – und zwar jetzt vor allen Dingen zwischen den Zeilen. Die Zeichen wollen enträtselt, immer wieder von neuem verstanden werden. Das Werk will und muss sich schließlich ja auch uns gegenüber immer wieder aufs Neue beweisen dürfen. Und da sind wir bei einem Punkt, der uns immer beschäftigen muss: sobald ein Werk aufgeführt wird, schreibt sich diese Aufführung in die Aufführungsmechanik ein. Diese Tradition überzieht das Werk selbst mit der Aura seiner Aufführungsgeschichte. Der Text wird unsichtbar mit dieser Aura aufgeladen (und mitunter sogar durch üble Eingriffe in die Noten oft sehr sichtbar, wie bei Bruckner durch regelrechte Überschreibungen der Fall). Das Pathos tritt zu Tage und wird selbst zum Treibstoff der Musik. Es wuchtet die Musik vor sich her, treibt sie in eigene Ecken, sozusagen im permanenten Überwältigungs-Modus. Und schon kommen wir auf ein Abziehbild Bruckners zu sprechen, der im quasireligiösen Eck seine Weihrauchkathedralen errichtet. Und schon haben wir ihn: den „Musikanten Gottes“ – das Klischee par excellence. Öha, sollte der gelernte Oberösterreicher sagen. Zu allererst sollte man anmerken, dass man den Schöpfer nicht immer gleich mit seinem Werk verwechseln sollte, auch wenn sie naturgemäß viel miteinander zu tun haben, viel mehr hatten. Und dann ist da eben noch die Sache mit der sogenannten Tradition, die unverstanden nur zur Schlamperei führt und für die Kunst lebensgefährlich bleibt.

 

Bruckner ist tot. Es lebe Bruckner!

 

Was heißt das? Es gilt den Ur-Grund zu verstehen. Es gilt den Ur-Text zu lesen, auch den oberösterreichischen Luftraum zwischen den Zeilen. Es gilt zu begreifen auf welchem Grund seine Musik daher kommt, auf welcher Tradition sie wurzelt: Gregorianik, Palestrina, Bach, Carl Philip Bach, Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert …. Welch klare Linienzeichnung. Ja, die monolithische Eigenständigkeit Bruckners steht auf abendländischem Klangboden, bricht in seiner religiösen Frömmigkeit aus seinem vielleicht tollpatschigen Körper im Hoamatland aus. Seine Musik überschreitet die Grenzen des Tradierten. Und vergisst dabei niemals seine Scholle, seinen Dialekt. Eine Entladung seines Werks heißt hin zum Ursprünglichen, zum Singen, zum Text, zum Landler … Dies vermag eine ursprüngliche Urwucht zu offenbaren, die frei von Pathos zum schwärmerischen Gefühl eines exzessiv Tanzenden, eines Sängers ist, der vom Unendlichen zu singen vermag. Die Füße fest am Boden, den Kopf im Himmel. Man möge den Boden nicht vergessen und, dass Bruckner mitten in der Kirche aus dieser rausdrängte. Ein Mensch, mehr eine Musik, die dort steht und von dort aus die Kathedrale sprengt, um direkt mit Gott ins Gespräch zu fallen. Der Fromme war ein Ketzer, wie alle Mystiker, einer, der den oberösterreichischen Dialekt sprach. Viel mehr seine eigene Sprache fand: Mystik, Transzendenz, Ekstase …

 

Ein Aufführungsbewusstsein, das weiß, wo es zu stehen hat – in unserem Fall auf genau der Erde wie der Genius Loci – hat das Werk von einer verfälschenden Aura zu entledigen und dem Ur-Sprung zurück zu führen. Nicht alleine die Entladung zeitigt Bruckners Musik, aber sie hilft, wie das Landler tanzen.

 

Dieser Text ist in „Foyer 5“, dem Magazin des Landestheater Linz, erstmalig erschienen.

© 2018 Bruckner Orchester Linz | Webagentur EDBS