DEZ
16
17

Carl Orff CARMINA BURANA 
Tanztheater von Mei Hong Lin
17.12.2019 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

18

KONZERT IN SALZBURG #1
18.12.2019 | 19.30 Uhr
Großes Festspielhaus Salzburg

19

KONZERT IN SALZBURG #2
19.12.2019 | 19.30 Uhr
Großes Festspielhaus Salzburg

20

KONZERT IN SALZBURG #3
20.12.2019 | 19.30 Uhr
Großes Festspielhaus Salzburg

21

DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL 
Oper von Wolfgang A. Mozart
21.12.2019 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

22

WEIHNACHTSKONZERT 
22.12.2019 | 11.00 Uhr
Brucknerhaus Linz


WEIHNACHTSKONZERT 
22.12.2019 | 15.30 Uhr
Brucknerhaus Linz


DER BETTELSTUDENT 
Operette in drei Akten von Carl Millöcker
22.12.2019 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

23
24
25
26
27
28

Carl Orff CARMINA BURANA 
Tanztheater von Mei Hong Lin
28.12.2019 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

29
30

KOST-PROBE#4:
Vom Ländler zu "La Valse" 
30.12.2019 | 12.30 Uhr
Brucknerhaus Linz

31
JAN
01

NEUJAHRSKONZERT
01.01.2020 | 16.00 Uhr
Brucknerhaus Linz

02
03
04

LE SACRE DU PRINTEMPS (DAS FRÜHLINGSOPFER) 
Tanzstück von Mein Hong Lin
04.01.2020 | 19:30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

05

DER BETTELSTUDENT 
Operette in drei Akten von Carl Millöcker
05.01.2020 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

06
07

Carl Orff CARMINA BURANA 
Tanztheater von Mei Hong Lin
07.01.2020 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

08
09
10

LE SACRE DU PRINTEMPS (DAS FRÜHLINGSOPFER) 
Tanzstück von Mein Hong Lin
10.01.2020 | 19:30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

11

Premiere: IL TROVATORE (Der Troubadour) 
Oper
11.01.2020 | 19:30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

12
13

DER BETTELSTUDENT 
Operette in drei Akten von Carl Millöcker
13.01.2020 | 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

14

IL TROVATORE (Der Troubadour) 
Oper
14.01.2020 | 19:30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

15

VOLLENDEN SIE!

Der oberösterreichische Komponist Balduin Sulzer hat einem Kollegen - der nach den Anstrengungen zu seiner Fünften genug vom Sinfonien schaffen äußerte - geraten, zumindest noch eine Unvollendete anzufangen. Wer das Unvollendete nicht wagt, braucht die Vollendung gar nicht erst zu fürchten. Die Gründe, etwas nicht fertig zu bringen, können mannigfaltig sein. Der Tod einer Schöpferin, eines Schöpfers ist ein triftiger Grund, dem wir alle entgegenleben. Bei der Knappheit von nur 31 Jahren, die Franz Schubert am Leben war, könnte man schnell vermuten, dass er seine Sinfonie nicht mehr fertigstellen konnte. Irrtum! Schubert hat nur zwei Sätze davon ausgearbeitet und diese 1822, sechs Jahre vor seinem Tod, feinsäuberlich in eine Partitur gegossen. Das Manuskript endet mit einem neuntaktigen Beginn eines dritten Satzes, von dem 1968 weitere elf Takte aufgefunden wurden. Nach der Uraufführung 1865 schrieb der Wiener Großkritiker Eduard Hanslick: „Wir müssen uns mit zwei Sätzen zufrieden geben, die [...] auch neues Leben in unsere Concertsäle brachten.“ Nur weil die Norm der Viersätzigkeit nicht eingehalten wurde, von Unvollendung zu sprechen, ist eine unerhörte Anmaßung. Spekulationen, warum sie so ist, wie sie ist, gibt es so viele, dass der Sinfonie der Beiname Rätselhafte zustehen müsste. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir einfach nur mehr von dem, was uns Franz Schubert zweisätzig hinterlassen hat. Das ist wahre Vollendung!

Eine andere Frage ist, ob die Erstfassung einer Sinfonie, die der Komponist in weitere Fassungen bringt, als unvollendet gelten muss? Die vielen Fassungen der Bruckner-Sinfonien haben unterschiedliche Beweggründe. Vollendung muss kein betonierter Status sein. Vielleicht wohnt Anton Bruckner, der auf seinen raren Touren tausende Menschen mit seinen Orgelimprovisationen in den Bann gezogen hat, der Habitus eines Jazzmusikers inne, der auch in seinem kompositorischen Schaffen Ausdruck findet, in dem er heute diese und morgen eine andere Version anbietet. Die Erstfassung der Dritten, die Peter Gülke als „schwieriges Durchbruchswerk“ bezeichnete, hat mit 2052 Takten die größte Ausdehnung aller seiner Sinfonien. Richard Wagner hat er sie neben der Zweiten zur Widmung nach Bayreuth angetragen. Der „Meister aller Meister“ entschied sich zur Freude Bruckners für die Dritte, die mit der Annullierten Sinfonie („Nullte“) und dem Torso der Neunten die Tonart d-moll teilt. Bruckner erklärte seine Dritte noch zwei weitere Male für „fertig“. (Genauso steht es in der Partitur!)

Wie weit und ob Fertigwerden etwas mit Vollendung zu tun hat, braucht in diesen sinfonischen Fällen nicht nach Antwort suchen. Wir dürfen aber eines nicht vergessen, dass sich noch so vollkommene Musik erst im Moment des Erklingens in uns vollendet (oder anfängt). Die Vollendung beginnt bei uns, im Zuhören. Immer wieder, auch heute.

EIN ZURUF

von Norbert Trawöger

 

Foto: Volker Weihbold

© 2018 Bruckner Orchester Linz | Webagentur EDBS